Wie lautete der Codename für den deutschen Entsatzversuch, um die 6. Armee aus Stalingrad zu befreien?

Richtige Antwort auf die Quizfrage

Operation Wintergewitter

Der Codename für den deutschen Entsatzversuch, der die eingeschlossene 6. Armee aus dem Kessel von Stalingrad befreien sollte, lautete Unternehmen Wintergewitter. Diese Operation wurde im Dezember 1942 von der neu aufgestellten Heeresgruppe Don unter Generalfeldmarschall Erich von Manstein durchgeführt, scheiterte jedoch an starkem sowjetischen Widerstand und dem fehlenden Ausbruchsbefehl für die 6. Armee.

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Ausführliche Antwort auf die Quizfrage

Der Codename für den deutschen Entsatzversuch, der die eingeschlossene 6. Armee aus dem Kessel von Stalingrad befreien sollte, lautete Unternehmen Wintergewitter. Diese Operation wurde im Dezember 1942 von der neu aufgestellten Heeresgruppe Don unter Generalfeldmarschall Erich von Manstein durchgeführt, scheiterte jedoch an starkem sowjetischen Widerstand und dem fehlenden Ausbruchsbefehl für die 6. Armee.

Hintergrund und Kontext: Zielsetzung und Durchführung von Wintergewitter

Das Unternehmen Wintergewitter wurde am 12. Dezember 1942, nur wenige Wochen nach der Einkesselung (Operation Uranus), gestartet. Es war die einzige militärische Operation, die eine reale Chance hatte, die 6. Armee zu entlasten und zu retten.

Die strategische Herausforderung

  • Angriffsgruppe: Die Hauptstoßkraft des Entsatzangriffs war die 4. Panzerarmee unter Generaloberst Hermann Hoth, die Teil der Heeresgruppe Don war. Der Angriff erfolgte aus dem Südwesten, von Kotelnikowo, in Richtung Stalingrad.
  • Annäherung: Die deutschen Panzerspitzen, insbesondere das LVII. Panzerkorps, gelangten bis auf etwa 48 Kilometer an den Rand des Kessels heran (Erreichen des Flusses Myschkowa).
  • Mangelnder Ausbruch: Der entscheidende Grund für das Scheitern war der Befehl von Adolf Hitler, der Generalfeldmarschall Paulus und der 6. Armee den gleichzeitigen Ausbruch (Codename „Donnerschlag“) streng untersagte. Paulus hielt sich an diesen Befehl, da er befürchtete, die Armee ohne die Genehmigung und logistische Unterstützung des OKW im offenen Gelände zu verlieren.

Die sowjetische Reaktion

Die Rote Armee erkannte die Bedrohung durch Unternehmen Wintergewitter und leitete sofort Gegenmaßnahmen ein, um den Entsatzangriff zu stoppen und die Einkesselung zu sichern:

  • Operation Kleiner Saturn: Die Sowjets starteten am 16. Dezember 1942 die Operation Kleiner Saturn (ursprünglich Operation Saturn), eine weitere große Gegenoffensive. Diese Operation zielte nicht direkt auf Hoths Angriffskeil, sondern auf die Flanke der gesamten Heeresgruppe Don.
  • Rückzug: Durch den Vorstoß der Sowjets in ihren Rücken sahen sich die Angreifer unter Manstein gezwungen, das Unternehmen Wintergewitter am 23. Dezember 1942 einzustellen und ihre Kräfte zur Abwehr der sowjetischen Flankenangriffe einzusetzen. Damit war das Schicksal der 6. Armee praktisch besiegelt.

Was war der Codename „Donnerschlag“?

Der Codename „Donnerschlag“ bezeichnete den geplanten Ausbruchsversuch der eingeschlossenen 6. Armee aus dem Kessel von Stalingrad, der synchron mit dem Entsatzangriff (Unternehmen Wintergewitter) hätte erfolgen sollen. Generalfeldmarschall Paulus hatte die Entscheidung über die Durchführung dieses Ausbruchs bei Hitler erbeten, aber Hitler verbot Donnerschlag ausdrücklich, da er Stalingrad nicht aufgeben wollte. Die Durchführung von Wintergewitter ohne den gleichzeitigen Ausbruch von Donnerschlag war von vornherein ein strategisch unzureichendes Konzept und trug maßgeblich zum Scheitern der Rettung bei.

Warum war die Versorgung aus der Luft keine Alternative zum Entsatz?

Die Versorgung der 6. Armee aus der Luft durch die Luftwaffe wurde von Reichsmarschall Hermann Göring versprochen. Sie war jedoch von Anfang an unzureichend und keine realistische Alternative zum Entsatz. Die täglich benötigte Menge an Nachschub (geschätzt 500 bis 700 Tonnen pro Tag) konnte aufgrund von schlechtem Wetter, mangelnden Transportkapazitäten und der massiven sowjetischen Luftabwehr niemals geliefert werden (oft kamen nur 30 bis 150 Tonnen an). Der Glaube an diese „Luftbrücke“ war eine der größten Fehlentscheidungen Hitlers, die das militärische Schicksal der 6. Armee besiegelte.

Fazit

Der Codename für den deutschen Entsatzversuch zur Befreiung der 6. Armee war das Unternehmen Wintergewitter. Obwohl die angreifenden Truppen nah an den Kessel herankamen, scheiterte die Mission letztlich aufgrund des Verbots des gleichzeitigen Ausbruchs der 6. Armee (Operation Donnerschlag) durch Hitler und der erfolgreichen sowjetischen Gegenoffensive (Operation Kleiner Saturn).

Quellen

  1. Wikipedia - Schlacht von Stalingrad
  2. Wikipedia - Unternehmen Wintergewitter

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