Wie wird eine typische Schönwetterperiode gegen Ende der ersten November-Dekade in Süddeutschland genannt?

Richtige Antwort auf die Quizfrage

Martini-Sommer

Die typische Schönwetterperiode, die in Süddeutschland und der Schweiz regelmäßig gegen Ende der ersten November-Dekade auftritt, wird als Martini-Sommer oder Martinssommer bezeichnet. Dieses Phänomen ist eine sogenannte meteorologische Singularität, die sich durch eine stabile Hochdrucklage, milde Temperaturen und vergleichsweise viele Sonnenstunden auszeichnet, bevor der Winter endgültig Einzug hält.

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Ausführliche Antwort auf die Quizfrage

Die typische Schönwetterperiode, die in Süddeutschland und der Schweiz regelmäßig gegen Ende der ersten November-Dekade auftritt, wird als Martini-Sommer oder Martinssommer bezeichnet. Dieses Phänomen ist eine sogenannte meteorologische Singularität, die sich durch eine stabile Hochdrucklage, milde Temperaturen und vergleichsweise viele Sonnenstunden auszeichnet, bevor der Winter endgültig Einzug hält.

Hintergrund und Kontext: Die Singularität des Martini-Sommers

Der Martini-Sommer ist eine der bekanntesten Witterungsregelfälle (meteorologische Singularitäten) im Jahreslauf in Mitteleuropa. Obwohl er nicht jedes Jahr eintritt, besteht statistisch eine höhere Wahrscheinlichkeit für diese warme Phase rund um den Martinstag am 11. November.

Wann tritt der Martini-Sommer auf?

Der Kernzeitraum, in dem der Martini-Sommer statistisch am häufigsten auftritt, liegt zwischen dem 9. und 15. November, also gegen Ende der ersten und zu Beginn der zweiten November-Dekade.

  • Namensgeber: Heiliger Martin von Tours (Martinstag ist der 11. November).
  • Wetterlage: Er wird typischerweise durch ein stabiles Hochdruckgebiet über Mittel- oder Osteuropa ausgelöst, oft verstärkt durch eine Südströmung, die warme Luftmassen aus Südeuropa heranführt.
  • Regionale Ausprägung: Das Phänomen ist in Süddeutschland (besonders am Alpenrand) und der Schweiz am stärksten ausgeprägt, da hier der Einfluss der Südlagen am größten ist. Im Flachland können die warmen Bedingungen allerdings oft von Hartnäckigem Nebel oder Hochnebel überdeckt sein, während die Berge sonnig und mild bleiben.

Die Legende vom Heiligen Martin

Der Name geht auf eine Legende um den Heiligen Martin von Tours (316–397 n. Chr.) zurück: Als sein Leichnam am 11. November 397 nach seiner Beerdigung über den Fluss Loire transportiert wurde, soll aufgrund eines unerwarteten, starken Wärmeeinbruchs die Natur an den Ufern neu ergrünt und Obstbäume zu blühen begonnen haben. Die Menschen deuteten dies als ein Wunder.

Was ist eine meteorologische Singularität?

Eine meteorologische Singularität ist ein Witterungsregelfall, also eine statistisch signifikante, mehr oder weniger regelmäßig wiederkehrende Abweichung vom normalen oder erwarteten Verlauf des Wetters im Jahresgang.

Charakteristika von Singularitäten

  • Singularitäten sind keine Garantie für bestimmtes Wetter, sondern beschreiben nur eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für bestimmte Witterungslagen an einem festen Datum oder in einem engen Zeitfenster.
  • Sie werden durch die Atmosphärische Zirkulation und deren statistisch gehäufte Muster angetrieben (z. B. eine bestimmte Hoch- oder Tiefdruckkonstellation).
  • Andere bekannte Beispiele sind die Eisheiligen (Mitte Mai), die Schafskälte (Anfang/Mitte Juni), der Altweibersommer (September/Anfang Oktober) und das Weihnachtstauwetter (Ende Dezember).

Wie unterscheidet sich der Martini-Sommer vom Altweibersommer?

Obwohl beide Phänomene milde Schönwetterperioden im Herbst darstellen, unterscheiden sie sich klar in ihrem Eintrittszeitpunkt und der meteorologischen Ursache.

  • Altweibersommer: Tritt typischerweise Ende September bis Anfang Oktober auf. Er wird durch ein stabiles Hoch über Mitteleuropa verursacht, das warme Luft aus subtropischen Regionen heranzieht. Er ist oft trockener und wärmer als der Martini-Sommer.
  • Martini-Sommer: Tritt Anfang bis Mitte November auf. Er ist die letzte milde Periode, bevor der Winter anfängt, und zeichnet sich durch die Nähe zum Martinstag aus. Die Temperaturen sind im Vergleich zum Sommer zwar deutlich niedriger, fühlen sich aber für die späte Jahreszeit sehr mild an. Zudem ist er häufiger von Hochnebel im Flachland begleitet als der Altweibersommer.

Fazit

Die charakteristische Schönwetterperiode in Süddeutschland um den 11. November wird als Martini-Sommer bezeichnet. Als eine meteorologische Singularität bringt dieses Phänomen, ausgelöst durch eine stabile Hochdrucklage, eine letzte milde und sonnige Phase in den späten Herbst, bevor die typisch trüben und kühlen Wintermonate einsetzen.

Quellen

  1. Wikipedia - Martini-Sommer

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