Mit was will Faust das Gretchen verführen?

Richtige Antwort auf die Quizfrage

mit einem vollen Schmuckkästchen

Faust schenkt Gretchen kein Geschenk direkt bei ihrem allerersten Treffen auf der Straße. Das tatsächliche „Geschenk“ – ein Schmuckkästchen mit wertvollem Goldgeschmeide – wird heimlich in ihrem Kleiderschrank deponiert, noch bevor es zu einem Gespräch oder einer weiteren Begegnung kommt.

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Ausführliche Antwort auf die Quizfrage

In „Faust. Der Tragödie erster Teil“ von Johann Wolfgang von Goethe schenkt Faust Gretchen kein Geschenk direkt bei ihrem allerersten Treffen auf der Straße. Das tatsächliche „Geschenk“ – ein Schmuckkästchen mit wertvollem Goldgeschmeide – wird heimlich in ihrem Kleiderschrank deponiert, noch bevor es zu einem Gespräch oder einer weiteren Begegnung kommt.

Das Schmuckkästchen: Das heimliche Geschenk

Das Schmuckkästchen ist das zentrale Verführungsmittel, das Faust und Mephisto einsetzen, um Gretchens bürgerliche Moral zu untergraben.

Die Platzierung

  • Der Ort: Mephisto verschafft Faust Zutritt zu Gretchens kleiner Kammer, einem Symbol ihrer Unschuld und Abgeschlossenheit.
  • Die Tat: Faust deponiert das schwerere Päckchen – das Schmuckkästchen, gefüllt mit Ohrringen, Halsketten und Ringen – heimlich im Wäscheschrank.

Die Wirkung auf Gretchen

  • Die Entdeckung: Gretchen ist völlig überrascht, als sie das Kästchen beim Aufräumen findet. Sie hat es nicht erwartet und ist sichtlich fasziniert von dem Reichtum, der so gar nicht zu ihrem einfachen Leben passt.
  • Der erste Schritt: Die materielle Versuchung ist Mephistos Strategie, um Gretchens Tugend anzugreifen. Sie beginnt, den Schmuck heimlich zu tragen, was ihr erstes Abweichen von der strikten bürgerlichen Moral darstellt.

Das erste, flüchtige Zusammentreffen

Das allererste Zusammentreffen zwischen Faust und Gretchen ist kurz und findet auf der Straße statt, kurz nachdem Faust das Idealbild im Zauberspiegel gesehen hat.

  • Fausts Anrede: Faust spricht Gretchen direkt an: „Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, / Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?“.
  • Gretchens Abweisung: Gretchen weist Faust, den vornehmen Fremden, kurz und entschieden zurück: „Bin weder Fräulein, weder schön, / Kann ungeleitet nach Hause gehn.“.

Nach dieser kurzen Ablehnung ist Faust so in seinem Verlangen entflammt, dass er Mephisto sofort beauftragt, ein Verführungsmittel zu beschaffen und die Annäherung einzuleiten. Das Schmuckkästchen ist die Antwort Mephistos auf diesen Befehl.

Das zweite Kästchen: Eskalation der Verführung

Nachdem Gretchens fromme Mutter das erste Kästchen entdeckt und an den Pfarrer übergeben hat (da sie es als unheimlich und unrechtmäßig ansah), muss Mephisto nachlegen.

  • Der zweite Versuch: Mephisto deponiert ein noch prächtigeres Schmuckkästchen im Schrank.
  • Marthes Rolle: Nun tritt Marthe Schwerdtlein als Kupplerin auf den Plan. Sie rät Gretchen, den Schatz bei ihr zu verstecken und ihn heimlich zu tragen. Marthe sorgt auch dafür, dass Faust und Gretchen sich im Garten treffen, wo Faust das erste Mal wirklich mit Gretchen sprechen kann.

Fazit: Der Beginn der Intrige

Faust schenkt Gretchen nicht persönlich etwas beim ersten flüchtigen Treffen auf der Straße. Sein Geschenk, das Schmuckkästchen mit Goldgeschmeide, wird heimlich in ihrem Zimmer platziert. Dieses materielle Geschenk ist der Ankerpunkt der Verführung durch Mephisto und der Beginn von Gretchens moralischem und schließlich tragischem Fall.

Quellen

  1. Wikipedia - Faust. Eine Tragödie
  2. Wikipedia - Johann Wolfgang von Goethe

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